FREItext von JFBS-Mitglied Denis Sorie

Der FC Basel und was ihn mit Freiheit, Gemeinsinn und Fortschritt verbindet.

In den letzten Tagen konnte man beim FCB sehr gut beobachten, was schon seit vielen, vielen Jahren ein wichtiges Standbein des Vereins ist: der Zusammenhalt der Fans mit dem Verein.
Denn nachdem der FC Basel für die Spielfeldbetretung eine Busse in der Höhe von 15‘000 Franken kassierte, sollen sich viele Fans beim Club gemeldet und sich erkundigt haben, wie sie ihren Beitrag dazu leisten könnten. Sogar eine Crowdfunding-Aktion gab es. Dieses freiwillige Engagement ist beeindruckend und ein essentieller Bestandteil unserer Gesellschaft.

Warum? Weil je mehr diese Solidarität, dieser Gemeinsinn, verloren geht, umso mehr werden wir in einer Gesellschaft leben, in der jede und jeder nur noch auf sich selber schaut und mit sich selbst beschäftigt sein wird. Klar, alle sollen die Möglichkeit haben sich selbst zu verwirklichen. Dafür ist aber ein Bewusstsein für die Gemeinschaft notwendig, welches dafür sorgt, dass wir uns gegenseitig mit Toleranz und Solidarität begegnen.

Um die Geschichte mit dem FCB und seinen Fans noch zu Ende zu erzählen: Im Gegenzug auf die Anfragen finanzieller Spenden lehnte der Verein diese ab und bat lediglich um die emotionale Unterstützung. Wobei „lediglich“?! Lediglich würde bedeuten, dass das Geld mehr Wert habe als Emotionen. Dieses Gefühl, in einer Welt zu leben, in der Geld mehr Wert hat als Emotionen – das Leben selbst – stimmt mich nachdenklich.
Allgemein habe ich das Gefühl, dass der „Lebenswert“ immer weniger an Bedeutung geniesst. Hinsichtlich dem Fussball zum Beispiel, was die Regelung von Pyrotechnik in Stadien anbelangt. Die Choreografien, Gesänge und eben auch Pyroshows der Fans bringen Stimmung und Emotionen in den Super-League-Alltag. Inzwischen sind sie ein fester und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Schweizer Fussballs.

Weshalb also wird die Freiheit der Fans und der damit verbundene Lebenswert immer noch durch ein Verbot eingeschränkt, obwohl die Pyrotechnik de facto toleriert wird? Solange die Pyros nicht die Freiheit eines anderen, wie etwa diejenige eines Fussballspielers, einschränken, stehe ich ganz klar für eine Liberalisierung von Pyrotechnik in den Fankurven ein. Emotionen sollen gelebt statt unterdrückt werden.

Mir ist durchaus bewusst, dass diese Technik auch ein gewisses Gefahrenpotential aufweist. Autos und Flugzeuge bringen beispielsweise genauso eine Gefahr für Mensch und Umwelt mit sich. Wie wir aber wissen, herrscht unter den Fans eine grosse Verbundenheit und gegenseitige Rücksichtnahme. Durch ihren Gemeinsinn sollten wir ihnen das nötige Vertrauen für die Pyrotechnik entgegenbringen können.

Der FC Basel hat uns einmal mehr gezeigt: Erfolge sind nicht nur sportlicher oder finanzieller Art, Erfolge sind auch Emotionen und Zusammenhalt. Wenn es uns also gelingt, so viele Freiheiten wie möglich für die Menschen zu schaffen und einen Gemeinsinn, wie ihn die Basler Fans haben, in der Gesellschaft zu verwurzeln, werden wir daran wachsen – einen Fortschritt erzielen.

#zämmestark

(FREItext: Immer wieder erhält ein Mitglied der JFBS eine Carte Blanche. Die Länge, die Form und das Thema sind frei wählbar.)

2017-08-28T18:29:17+00:00